Wirtschaftswachstum: Deutschland zwischen Rezession und Stagnation
Deutschland befindet sich weiterhin in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage. Nachdem die Wirtschaftsleistung sich 2023 und 2024 verringerte und Deutschland deutlich in der Rezession steckte, konnte die größte Volkswirtschaft der Europäischen Union auch im Jahr 2025 nur ein Miniwachstum verbuchen. Zu wenig für einen nachhaltigen Aufschwung. Für das laufende Jahr 2026 sehen die Prognosen bisher eher eine Stagnation als einen Aufschwung. Wirklich wachsen soll die Wirtschaft wieder ab 2027. Dabei sind die Probleme, mit denen die deutsche Wirtschaft kämpft, vielfältig.
BIP steigt auch auch im Jahr 2025 kaum – anhaltende Stagnation in Deutschland
Im vergangenen Jahr 2025 wuchs die deutsche Wirtschaftsleistung um rund 0,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ein minimales Wachstum und technisch weiterhin eine Stagnation, nachdem im Jahr 2024 das deutsche Bruttoinlandsprodukt preisbereinigt um 0,5 Prozent gesunken ist. Schon 2023 ging die Wirtschaftsleistung um 0,9 Prozent zurück (beide Angaben wurden Ende Juli revidiert). Davor schrumpfte das deutsche BIP zuletzt während der Corona-Krise im Jahr 2020, als die Wirtschaftsleistung Deutschlands nach zehn Jahren Wirtschaftswachstum in Folge erstmals wieder deutlich zurückging. Vor 2020 war das BIP zuletzt im Jahr 2009 gesunken, als Deutschland wie die meisten anderen Länder weltweit von den Auswirkungen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise betroffen war. Deutschland ist in den vergangenen Jahren bereits von zwei großen globalen Wirtschaftskrisen betroffen gewesen und die Frequenz, also die Häufigkeit, mit der derartige universelle Krisen auftreten, nimmt in unserer globalisierten Weltwirtschaft zu. Bereits regionale Konflikte können erheblichen Einfluss auf die Verfügbarkeit von Rohstoffen haben und schließlich die gesamte Produktions- und Lieferkette stören. Deutschland ist als exportorientierte Volkswirtschaft in besonderem Maße abhängig von funktionierenden globalen Lieferketten.
Deutsche Wirtschaft in unruhigem Fahrwasser
Es gibt zahlreiche Herausforderungen, denen die deutsche Wirtschaft derzeit gegenübersteht. Deutschland ist als exportorientierte Volkswirtschaft besonders von der allgemeinen weltwirtschaftlichen Schwäche der letzten Jahre betroffen, welche unter anderem durch die Folgen des Krieges in der Ukraine und anderer geopolitischer Spannungen ausgelöst bzw. verstärkt wurde. Auch die erratische Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump belastet die deutsche Wirtschaft, weil Deutschland als exportorientierte Volkswirtschaft stark von einem freien und fairen Handel abhängig ist. Die unvorhersehbare und instabile Zollpolitik der USA erzeugt große Unsicherheiten bei den Unternehmen und erschwert die Planung und Umsetzung langfristiger Geschäftsstrategien. Neue Zölle sowie Gegenzölle führen zu Handelsrisiken, belasten den Außenhandel und beeinträchtigen die Wirtschaftsleistung Deutschlands. Gleichzeitig ist die Binnennachfrage schwach, da Unternehmen, auch aufgrund der wirtschaftspolitischen Unwägbarkeiten, nur zurückhaltend investieren. Zudem müssen die deutschen Unternehmen den Umbau hin zu einer CO₂-neutralen Wirtschaft bewältigen und sich an die Folgen des demografischen Wandels anpassen. Der von den USA und Israel begonnene Krieg gegen den Iran Ende Februar 2026, führt bereits jetzt zu massiven globalen Störungen des Energiehandels und wird mittelfristig die Inflationsraten weltweit steigen lassen.
BIP-Prognosen sehen Ende der Wirtschaftskrise
Die führenden Wirtschaftsinstitute haben in ihren Prognosen für das Jahr 2026 ein Ende der Krise der deutschen Wirtschaft und ein BIP-Wachstum von rund 0,7 bis 1,3 Prozent prognostiziert. Allerdings waren hier selbst bei den aktuellsten Prognosen (veröffentlicht im März 2026) die wirtschaftlichen Folgen des Irankriegs nur teilweise eingepreist. Dies gilt ebenso für das in Aussicht gestellte Wachstum von rund 1 bis 1,5 Prozent im Jahr 2027. Das ifo-Instituts rechnet in seiner Prognose mit einem Wachstum der Wirtschaftsleistung im laufenden Jahr von 0,8 Prozent. Für das Jahr 2027 senkt das Wirtschaftsinstitut die Prognose ab und geht von einem Wachstum von 1,2 Prozent aus. Das IWH (Institut für Wirtschaftsforschung Halle) ist bei der Prognose zurückhaltender und geht von einem Wachstum im laufenden Jahr von 0,7 Prozent aus, und rund einem Prozent für 2027.
Kommt bald der Aufschwung?
Deutschland befindet sich wie beschrieben in einer herausfordernden Situation. Wie sich die Konjunktur in Deutschland in diesem und den nächsten Jahren entwickeln wird, und ob der erhoffte Aufschwung kommt, hängt auch davon ab, wie gut die Bundesregierung die deutsche Wirtschaft durch das unruhige Fahrwasser manövrieren kann. Als exportorientierte Volkswirtschaft ist Deutschland aber auch davon abhängig, ob und inwiefern die USA als wichtigster Handelspartner Deutschlands mit einer aggressiven Zollpolitik weiterhin Handelskonflikte anheizen. Nach der Rezession in den Jahren 2023 und 2024 kam die Wirtschaftsleistung auch im Jahr 2025 kaum in Schwung, zumindest aber erscheint ein weiterer Rückgang der Wirtschaftsleistung in diesem Jahr als unwahrscheinlich.


































































